Welche Fristen gibt es und wer muss zustimmen?

Meist wird ein Arbeitsverhältnis durch eine einseitige Kündigung beendet. Alternativ haben Arbeitnehmer und -geber auch die Möglichkeit, sich auf einen Aufhebungsvertrag zu einigen, was situationsabhängig von Vor- und Nachteil sein kann.

Sie können Ihr Arbeitsverhältnis sowohl mit einer Kündigung als auch mit einem Aufhebungsvertrag beenden. Bei einer Kündigung müssen Sie jedoch die gesetzlichen Fristen beachten. Eine fristlose Kündigung ist nur dann wirksam, wenn wichtige Gründe vorliegen, die Ihnen eine weitere Zusammenarbeit unmöglich oder unzumutbar machen. Bei einem Aufhebungsvertrag bestimmen Sie die Fristen selbst.

Die Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung. Das bedeutet, dass Sie hierfür nicht die Zustimmung Ihres Arbeitgebers benötigen. Einen Aufhebungsvertrag hingegen, können Sie nur einvernehmlich mit Ihrem Arbeitgeber abschließen. Ein gesetzlicher Anspruch auf den Abschluss eines Aufhebungsvertrages besteht nicht.

Kernaussage: Während Kündigungen einseitig erfolgen, setzt ein Aufhebungsvertrag Einvernehmen voraus. Es ist unbedingt zu beachten, dass der gesetzliche Kündigungsschutz durch einen Aufhebungsvertrag außer Kraft gesetzt wird.

Die wichtigsten Merkmale eines Aufhebungsvertrags sind demnach:

  • Er ist im Einvernehmen von Arbeitgeber und -nehmer unterzeichnet.
  • Es müssen keine gesetzlichen Fristen eingehalten werden.
  • Er setzt den gesetzlichen Kündigungsschutz außer Kraft.

Gibt es Auswirkungen auf andere Regelungen?

Im Falle eines Aufhebungsvertrages wird der gesetzliche Kündigungsschutz außer Kraft gesetzt – unabhängig davon, ob Sie beispielsweise schwanger oder schwerbehindert sind. Auch der Betriebsrat muss nicht angehört werden.

Auswirkungen auf Arbeitslosengeld (§ 159 BGB)


Die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags setzt nicht nur den Kündigungsschutz außer Kraft, sondern hat auch eine negative Auswirkung auf den Arbeitslosengeldanspruch. § 159 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) legt fest, dass sich die Bezugszeit des Arbeitslosengelds um eine, im Normalfall, zwölfwöchige „Sperrzeit“ verringert. Ein Aufhebungsvertrag wirkt sich somit negativ auf die gesetzlichen Sozialleistungen aus.

Eine Kündigung beendet lediglich das Arbeitsverhältnis. Mit einem Aufhebungsvertrag können Sie über die Beendigung hinaus viele weitere Aspekte regeln, auch solche, auf die Sie keinen gesetzlichen Anspruch haben.

Es ist zu beachten, dass der Arbeitnehmer sich beraten lässt, weil es Risiken, wie beispielsweise die Sperre im Bezug auf das Arbeitslosengeld, gibt.
Rechtsanwalt Münck
klugo tipp

Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen den Vorschlag unterbreiten, sich auf einen Aufhebungsvertrag zu einigen, ist es wichtig, keine voreilige Entscheidung zu treffen. Eine professionelle Beratung kann sinnvoll sein, um Vor- und Nachteile zu erkennen.

Das sollten Sie beim Aufhebungsvertrag beachten:

  • Nehmen Sie eine professionelle Beratung hinsichtlich der möglichen Vor- und Nachteile in Ihrer individuellen Situation in Anspruch.
  • Gehen Sie sicher, dass eine finanzielle Absicherung vorhanden ist, um die Sperrzeit des Arbeitslosengeldanspruchs zu überbrücken.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Kündigung helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

Beendigung von Arbeitsverhältnissen – Infografik
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