Testament: Definition und Vorteile

Laut § 1937 BGB ist ein Testament eine einseitige, formbedürftige, jederzeit widerrufbare Willenserklärung des Erblassers über sein Vermögen, die in seinem Todesfall rechtswirksam wird. Es wird auch letztwillige Verfügung genannt.

Niemand ist dazu verpflichtet, seinen letzten Willen schriftlich festzuhalten. Ist im Todesfall kein wirksames Testament vorhanden, regelt die gesetzliche Erbfolge, die in den §§ 1922–2385 des BGB festgelegt ist, was mit dem Nachlass passiert. Auf Basis des Verwandtschaftsgrades reiht sie die hinterbliebenen Angehörigen in eine hierarchische Ordnung. An erster Stelle stehen die Kinder, Enkel und Urenkel des Verstorbenen, dann folgen Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen. Ehegatten und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft haben ein im Gesetz verankertes Erbrecht, wohingegen Stiefkinder und Partner, die nicht verheiratet sind, vom Erbe ausgeschlossen werden. Laut der gesetzlichen Erbfolge erbt der lebende Verwandte, der in der Ordnung am höchsten steht, sodass Verwandte niedrigerer Ordnungen vom Erbe ausgeschlossen werden. Konnte kein gesetzlicher Erbe ausfindig gemacht werden, übergeht der gesamte Nachlass an den Staat.

Ein Testament ermöglicht es dem Erblasser, seinen Nachlass nach seinen Wünschen und Vorstellungen selbst zu verwalten. Danach kann der Erblasser weitgehend frei darüber entscheiden, wer sein Vermögen erhalten soll und unter welchen Auflagen dies geschieht. Der Erblasser hat zum Beispiel die Möglichkeit, Verwandte zu enterben, Stiftungen oder wohltätige Vereine als Erben einzusetzen, ein Verkaufsverbot für eine Immobilie zu verhängen oder Bedingungen an das Erbe zu knüpfen wie etwa die Volljährigkeit oder einen erfolgreichen Schulabschluss. Grenzen werden ihm hier nur durch den gesetzlichen Pflichtteil gesetzt, der den Kindern und dem Ehepartner des Erblassers zusteht, auch wenn sie laut Testament enterbt wurden.

Damit Ihr Testament rechtswirksam ist, müssen bei seiner Errichtung zwingend die gesetzlichen Formalia eingehalten werden.

§ 2231 BGB: Ordentliches Testament

Der § 2231 des Bürgerlichen Gesetzbuches legt die Form eines Ordentlichen Testaments fest. Demnach kann es entweder durch die Niederschrift eines Notars oder durch eine vom Erblasser nach § 2247 abgegebene Erklärung errichtet werden.

§ 2247 BGB: Eigenhändiges Testament

Der § 2247 BGB enthält einige Formvorschriften, die vom Erblasser zwingend einzuhalten sind. Ein Verstoß gegen eine oder mehrere dieser Vorschriften hat die Nichtigkeit des Testaments zur Folge.

Absatz (1) regelt, dass der Erblasser sein Testament eigenhändig schreiben und unterschreiben muss.
Nach Absatz (2) soll er das Datum sowie den Ort angeben, an welchem er das Testament verfasst hat.
Laut Absatz (3) soll die Unterschrift des Erblassers seinen Vor- und Familiennamen enthalten, um die Urheberschaft und Ernsthaftigkeit seines Testaments feststellen zu können. Reicht eine Unterzeichnung in einer anderen Art und Weise zur Feststellung der Urheberschaft und Ernsthaftigkeit aus, steht diese Unterzeichnung der Gültigkeit nach § 2247 Absatz (3) Satz 2 BGB nicht entgegen.
Die Absätze (4) und (5) enthalten Gründe, die eine Testamentserrichtung nach obigen Vorschriften verhindern. Dazu gehören die Minderjährigkeit und der Zweifel an der Gültigkeit des Testaments.

Testament schreiben: Das müssen Sie beachten

Nach dem deutschen Gesetz kann jeder testierfähige Bürger ein handschriftliches Testament schreiben. Die Testierfähigkeit nach § 2229 BGB ist gegeben, wenn die Volljährigkeit erreicht wurde und der Testamentsverfasser voll zurechnungsfähig ist, also nicht an Geistesschwäche, einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit oder einer Bewusstseinsstörung leidet. Minderjährige, die ihr sechzehntes Lebensjahr vollendet haben, können ein Testament errichten. Sie benötigen dafür keine Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters.

Ein Testament  errichtet oder Erbvertrag geschlossen? – Infografik
Ein Testament errichtet oder Erbvertrag abgeschlossen? – Infografik

Testament schreiben: Das müssen Sie beachten

Nach dem deutschen Gesetz kann jeder testierfähige Bürger ein handschriftliches Testament schreiben. Die Testierfähigkeit nach § 2229 BGB ist gegeben, wenn die Volljährigkeit erreicht wurde und der Testamentsverfasser voll zurechnungsfähig ist, also nicht an Geistesschwäche, einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit oder einer Bewusstseinsstörung leidet. Minderjährige, die ihr sechzehntes Lebensjahr vollendet haben, können ein Testament errichten. Sie benötigen dafür keine Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters.

Die Formalien des § 2247 BGB müssen streng eingehalten werden. Danach ist ein eigenhändiges und handschriftliches Testament von dem Erblasser zu verfassen. Die Benutzung eines Computers oder das Ausfüllen eines ausgedruckten Musters führen zur Nichtigkeit. Die §§ 2064 und 2065 BGB ergänzen hierzu, dass der Erblasser sein Testament höchstpersönlich und ohne Fremdeinwirkungen errichten muss. Eine Stellvertretung oder die Benennung eines Dritten, der den Inhalt des Testaments bestimmen soll, ist nicht möglich. Auch wenn § 2247 BGB Absatz (2) und (3) nur Soll-Vorschriften sind, erleichtert deren Einhaltung oftmals die Testamentsauslegung und beugt Streitigkeiten vor.

Sie können jederzeit eigenhändig und handschriftlich ein Testament errichten und es auch widerrufen.

Verstöße, die das Testament unwirksam machen können

  • Fehlende Testierfähigkeit des Erblassers
  • Verstöße gegen die Formvorschriften des § 2247 BGB
  • Testament verstößt gegen die guten Sitten
  • Erblasser setzt Beschäftigten seines Wohnheims als Erben ein (kann unter Umständen zur Unwirksamkeit führen)

Testamente, in denen Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen Beschäftigte dieser Einrichtung erbrechtlich bedenken, sind kritisch zu würdigen. Die Heimgesetze enthalten zahlreiche Regelungen, nach denen es Beschäftigten von Pflegeheimen untersagt ist, sich Geld oder geldwerte Leistungen versprechen oder gewähren zu lassen.

Unser Tipp: Gehen Sie am Tag Ihrer Testamentserrichtung zu Ihrem Hausarzt und bitten Sie ihn darum, Ihre geistige Fitness zu überprüfen und zu attestieren. So können Streitigkeiten bezüglich Ihrer Testierfähigkeit vermieden werden.

Abschließend fassen wir noch einmal alle Voraussetzungen für ein wirksames Testament für Sie zusammen:

  • Die Testierfähigkeit und der Testierwille des Erblassenden sind gegeben.
  • Der Erblasser hat das Testament handschriftlich verfasst sowie unterschrieben.
  • Das Testament beinhaltet Datum und Ort, an dem es verfasst wurde.
  • Es besteht kein Zweifel an der Urheberschaft und Ernsthaftigkeit des Testaments.
  • Das Testament verstößt nicht gegen das geltende Gesetz oder die guten Sitten.

Wenn Sie Hilfe beim Thema Testament benötigen oder sich über die generellen Möglichkeiten Ihres Falls informieren möchten, bekommen Sie bei uns eine kostenlose Erstberatung durch einen unabhängigen Rechtsanwalt.

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