Krankenversichert – aber wie?

Die Krankenversicherung ist in Deutschland Teil des Gesundheits- bzw. Sozialversicherungssystems. Versicherte erhalten unter anderem eine Absicherung für den Fall, dass sie einem Leistungsausfall unterliegen, Pflege bedürfen oder aufgrund einer Erkrankung auf eine Heilbehandlung angewiesen sind. Wer ist versichert?

In Deutschland besteht für jeden Bürger gemäß § 5 SGB V und § 193 Abs. 3 VVG eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherungspflicht für die Krankenversicherung, entweder in einer privaten oder in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Kinder sind in der Regel kostenfrei über einen Elternteil in der Familienversicherung versichert. Diese gilt bis zum 23. Lebensjahr, sofern das Kind selbst noch nicht mehr als 450 €/Monat verdient, bzw. bis zum 25. Lebensjahr, solange es sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet.

Unterschied zwischen Pflicht- und freiwilliger Versicherung

Jeder Arbeitnehmer und Leistungsempfänger sowie eine Vielzahl der Studierenden genießt den Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung. Beamte sowie Kinder von Privatversicherten sind privat versicherungspflichtig. Die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung, meist über einen privaten Versicherungsträger, ergibt sich u.a. für

  • Freiberufler
  • Selbstständige
  • Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenzen sowie
  • versicherungspflichte Personen ohne Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Auch die gesetzliche Krankenkasse bietet gemäß § 9 SGB V die Möglichkeit zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung, beispielsweise für versicherungspflichtige Personen, die erstmals eine Beschäftigung im Inland aufnehmen.

Die Crux der Wirtschaftlichkeit

Das in § 12 SGB V verankerte Wirtschaftlichkeitsgebot schreibt den Krankenkassen vor, nur ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungen zu bewilligen. Sprich, es werden nur absolut notwendige und wirtschaftlich vertretbare Leistungen bewilligt und deren Kosten übernommen.

Krankenversicherung – Infografik
Krankenversicherung – Infografik

Zusatzleistungen und -versicherungen

Für ein erweitertes Leistungsspektrum stehen den gesetzlich Versicherten sogenannte IGel-Leistungen zur Verfügung, deren Kosten privat getragen werden müssen. Sie erfüllen meist einen diagnostischen Nutzen. Eine Alternative um das Problem zu umgehen, dass die Krankenversicherung einmal nicht zahlt, ist der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung. Achten Sie auch hier auf das Kleingedruckte!

Was, wenn die Krankenversicherung nicht zahlt?

Ärgerlich wird es, wenn die Krankenversicherung nicht zahlt. Neben dem allgemein gültigen Krankenversicherungsrecht hat jede gesetzliche und private Krankenversicherung zusätzlich ihre eigenen Versicherungsbedingungen. Daher muss im Falle eines Leistungsausfalls bzw. -versagens eine Durchsetzung von Ansprüchen in der Krankenversicherung immer individuell erfolgen.

Grundsätzlich sollten Sie im Vorfeld immer im Detail prüfen oder anfragen, ob Ihre Krankenversicherung die geplante Leistung übernimmt. Grundsätzliche Prüfkriterien sind dabei zum einen die Notwendigkeit der medizinischen Leistung, zum anderen die Angemessenheit und Korrektheit der Rechnungsstellung. Wenn die Krankenversicherung also nicht zahlt, werden bei einer Prüfung der rechtlichen Probleme in der jeweiligen Krankenversicherung u.a. diese Kriterien herangezogen.

Professionelle Prüfung rechtlicher Probleme in einer Krankenversicherung

Wenn die Krankenversicherung nicht zahlt, Sie sich aber sicher sind, gerechtfertigte Ansprüche aus der privaten bzw. gesetzlichen Krankenversicherung zu haben, können Sie sich an einen sogenannten Ombudsmann wenden. Dieser neutrale und außergerichtliche Streitschlichter mittelt zwischen Ihnen und dem Versicherungsunternehmen.

Drucken E-Mail
Wir verwenden Webseite Cookies, um Inhalte und Werbung auf unserer Webseite zu personalisieren und die Nutzung unserer Webseite auszuwerten. Auch unsere Partner erheben auf diese Weise Informationen auf unserer Webseite zu Ihrer Nutzung zu Werbe- und Analysezwecken. Durch die weitere Nutzung unserer Webseite oder dem Anklicken der Schaltfläche „Akzeptieren“ erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Sie können Cookies jederzeit deaktivieren. Weitere Informationen zu Cookies und deren Deaktivierungsmöglichkeiten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Akzeptieren