Musik oder Filme kopiert? Wann eine Abmahnung droht.

Allzu schnell werden Bilder aus dem Netz für PowerPoint-Präsentationen genutzt oder auf der eigenen Homepage verwendet. Hierbei handelt es sich jedoch zumeist um eine Verletzung des Urheberrechts – es droht eine Abmahnung.

In unserem digitalen Zeitalter sind illegal hergestellte Raubkopien längst keine Seltenheit mehr. Nicht nur Bilder, Fotos und Software werden dabei urheberrechtswidrig reproduziert und verbreitet, sondern auch Musikstücke und Filme.

Grundsätzlich gilt: Nur der Produzent des Mediums besitzt die Nutzungsrechte für ebendieses. Soll sein Werk, in welcher Form auch immer, veröffentlicht werden, bedarf es seiner Zustimmung. Außerdem muss er hierbei als Urheber genannt werden. Werden diese Punkte nicht eingehalten, liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, die geahndet wird.

Abmahnungen und Fristen im Urheberrecht

Liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, kann der Urheber diese nach § 97a UrhG innerhalb einer Verjährungsfrist von drei Jahren nach Kenntnisnahme abmahnen und so versuchen, den Sachverhalt außergerichtlich zu klären. Der Geschädigte kann in der Abmahnung auf das fehlerhafte Verhalten, das sein Urheberrecht verletzt, hinweisen und eine Unterlassung bzw. Beseitigung fordern. Für eventuell bereits entstandene Schäden steht ihm Schadensersatz zu. Außerdem hat er:

Wichtig ist, dass der Geschädigte stichhaltige Beweise, wie etwa Screenshots mit Datum, vorlegen kann, um seine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung zu belegen.

Abmahngründe im Urheberrecht – Infografik
Abmahngründe im Urheberrecht – Infografik

Wie auf eine Abmahnung zu reagieren ist

Eine Urheberrechtsverletzung geschieht meist unbewusst – umso größer ist im Nachhinein der Schock, wenn eine Abmahnung im Briefkasten liegt. Checken Sie hierbei zunächst, was Ihnen vorgeworfen wird und ob der Tatvorwurf tatsächlich zutrifft.

Die in der Abmahnung genannte Frist sollte unbedingt eingehalten werden. Notfalls kann ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden.

Wichtig: Unterschreiben Sie keinesfalls die Abmahnung samt Unterlassungserklärung, ohne zuvor die Angemessenheit der Forderungen gründlich zu prüfen!

Abmahnung bei nicht begangener Urheberrechtsverletzung

Auch wenn Sie der entschiedenen Meinung sind, keinerlei Urheberrechte verletzt zu haben, sollten Sie die erhaltene Abmahnung nicht einfach ignorieren, sondern die genannte Rückmeldungsfrist einhalten. Andernfalls droht eine Klage mit hohen Gerichtskosten. Hinterfragen Sie, ob eventuell ein Mitbewohner oder Familienmitglied die Urheberrechtsverletzung, die Ihnen vorgeworfen wird, begangen haben könnte. Unter Umständen sind Sie als Anschlussinhaber in einem solchen Fall nicht haftbar zu machen.

Schadensersatzforderung in der Abmahnung

Werden Urheberrechte unbewusst oder bewusst verletzt, wie etwa bei der Markenpiraterie mit gefälschten Produkten, kann ein Schadensersatz auf drei Arten eingefordert werden:

  • Lizenzanalogie: Gebühren gemäß eigentlichem Lizenzvertrag
  • Verletzergewinn: erzielte Einnahme durch Nutzung des Werkes
  • Entgangener Gewinn: finanzielle Einbußen auf Seiten des Geschädigten

Sie benötigen rechtlichen Beistand bei Ihrer Abmahnung? Unsere kompetenten Rechtsanwälte stehen Ihnen hierbei gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung zur Seite.

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