Wann sich ein Blick auf die Bildrechte empfiehlt

Bei der Nutzung von Bildmaterial lauern zahlreiche Fallstricke, die es zu umgehen gilt. Soll eine Webseite, ein Flyer oder ein anderes öffentlich einsehbares Medium mit Bildern bestückt werden, die nicht selbstgeschossen wurden, empfiehlt sich ein Blick auf die Bildrechte.

Wer hat das Urheberrecht an Bildern?

Grundsätzlich ist der Fotograf, der den Auslöser betätigt hat, der Urheber des entstandenen Bildes und besitzt damit das Recht, zu bestimmen, ob und in welcher Form es unter Nennung seines Namens genutzt werden darf. Zu seinen Nutzungsrechten zählen daher:

  • die Verwertungsrechte
  • das Recht zur Veröffentlichung
  • das Recht zur Bearbeitung

Darf ich Bilder verwenden, auch wenn ich nicht die Bildrechte habe?

Bei der Masse an Bildern, die im Internet zu finden ist, ist die Versuchung groß, sich unhinterfragt an dieser zu bedienen. Bei unautorisierten Vervielfältigungen dieser Art handelt es sich jedoch um eine direkte Verletzung des Urheberrechts , das einem jeden Bild zugrunde liegt. Auch Bearbeitungen von Bildern oder die Verwendung ohne namentliche Nennung des Urhebers sind rechtlich nicht gestattet und können somit Unterlassungsklagen und Schadensersatzansprüche nachsichziehen.

Das Recht am eigenen Bild – Infografik
Das Recht am eigenen Bild – Infografik

Erlangung von Nutzungsrechten durch eine Lizenz

Um ein Bild auf legale Weise nutzen zu können, wird eine Lizenz benötigt, die häufig Einschränkungen beinhaltet. Hierunter fallen unter anderem festgelegte Zeiträume oder Länder, in denen das Bild verwendet werden darf. Auch der hierfür genutzte mediale Kanal wie Print, Online oder Social Media kann dabei vorgeschrieben werden. Ebenfalls sind häufig Klauseln im Lizenzvertrag zu finden, die die Bearbeitung, kommerzielle Nutzung sowie Unterlizensierung ausschließen.

Achtung: Lizenzfreie Bilder sind nicht rechtefrei und dürfen daher ebenfalls nicht einfach für eigene Zwecke verwendet werden. Auch hier ist ein Nutzungsvertrag abzuschließen, der das Nutzungsrecht meist auf den privaten Bereich, etwa einen eigenen Blog, beschränkt. Der Fotograf muss dabei namentlich als Urheber genannt werden.

Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild

Jeder von uns kann bestimmen, was mit Fotografien unserer Person geschieht. Dieses Persönlichkeitsrecht kann jedoch durch ein höheres Interesse, wie die Presse- oder Kunstfreiheit, außer Kraft gesetzt werden.

Anders verhält es sich im Internet: Überall und jederzeit wird heutzutage mit dem Handy gefilmt und fotografiert. Allzu schnell gelangt daher das eine oder andere Bild auf Facebook oder andere Social-Media-Plattformen – auf meiste ungewollte und zudem unvorteilhafte Weise.

Recht am eigenen Bild hat mehr Gewicht als Bildrechte des Urhebers

Während Fotografien problemlos für das eigene Fotoalbum daheim genutzt werden dürfen, gelten bei deren Veröffentlichung und Verbreitung einige Einschränkungen bezüglich der Bildrechte. So können gezielte Fotografien, die ohne vorheriges Einverständnis öffentlich gemacht werden, eine Unterlassungs- oder Löschungsverpflichtung nachsichziehen. Das Urheberrecht wird somit beschränkt, sobald die Privatsphäre einer anderen Person gefährdet werden könnte. Das Recht am eigenen Bild hat hierbei mehr Gewicht als die Bildrechte des Urhebers.

Einwilligung zur Veröffentlichung

Grundsätzlich besitzt der Abgebildete während seines Lebens und zehn Jahre darüber hinaus Schutzrechte an dem Bild, auf dem er zu sehen ist, und muss die Zustimmung dafür geben, dass dieses veröffentlicht wird. Diese Einwilligung ist jedoch nicht erforderlich, sobald:

  • Es sich um eine Person der Zeitgeschichte handelt (z. B. Amtsträger)
  • Ein allgemeines Informationsinteresse überwiegt (z. B. Berichtserstattung)
  • Die Person nicht im Fokus steht und nur als Beiwerk dient (z. B. Landschaftsaufnahme)

Auch Kinder haben hierbei selbstverständlich ein Recht am eigenen Bild. Dieses Persönlichkeitsrecht wird jedoch von ihrem Vormund wahrgenommen, bis sie schließlich selbst darüber entscheiden können.

Sollten Sie Fragen zum Bildrecht haben, helfen Ihnen unsere kompetenten Rechtsanwälte gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter.

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