Die Höhe des Schmerzensgeldes orientiert sich an Schmerzensgeldtabellen

Beispiele: Höhe des Schmerzensgeldes – Infografik
Beispiele: Höhe des Schmerzensgeldes – Infografik

Grundsätzlich regelt der § 253 Abs. 2 BGB, dass bei einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder sexuellen Selbstbestimmung eine Entschädigung in Geldform zu leisten ist, deren Höhe sich an Schmerzensgeldtabellen orientiert und nicht vermögensschädigend sein darf. Diese Schmerzensgeld-Regelung immaterieller Schäden stellt eine besondere Ausnahme im deutschen Schadensrecht dar, das ansonsten nur Vermögenseinbußen ersetzt.

Behandlungsvertrag als Grundlage

Die Behandlung durch einen Arzt erfolgt auf Grundlage eines Behandlungsvertrages, der implizit beim Behandlungsbeginn abgeschlossen wird. Aus diesem leiten sich unter anderem mögliche Ansprüche in Bezug auf das Arzthaftungsrecht ab. Der Arzt besitzt bei seiner Tätigkeit eine Sorgfaltspflicht und ist zudem zu fachgerechten Bemühungen verpflichtet, die Schmerzen des Patienten zu lindern.

Verletzt der Mediziner eine seiner Pflichten, steht es dem Patienten zu, sich dagegen zu wehren. Stellt dieser dabei eine zivilrechtliche Klage, muss der Arzt Rechenschaft vor Gericht ablegen und seine Behandlungsschritte belegen und erklären können.

Wie stehen die Chancen auf Schmerzensgeld?

Noch bevor der Richter Schmerzensgeldtabellen heranzieht, um die Höhe des jeweiligen Schmerzensgeldes zu berechnen, klärt er die tatsächliche Schuld des Arztes. Wie gut die Chancen auf eine erfolgreiche Klage auf Schmerzensgeld stehen, kann pauschal nicht beantwortet werden. In jedem Fall benötigen Sie hierfür einen medizinrechtlichen Fehler, der nachweisbar ist – dies wird in der Regel von einem zweiten Arzt oder qualifizierten Gutachter geprüft.

Im nächsten Schritt muss die Verantwortung auf den Beklagten zurückgeführt werden. Nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung wird der Patientenseite aus Gründen der „Waffengleichheit“ eine Beweislastumkehr zugebilligt, wenn ein Behandlungsfehler als „schwer“ qualifiziert wird. Dann muss der Arzt selbst beweisen, dass der Schaden nicht auf der Behandlung beruht.

Mit wie viel Geld ist zu rechnen?

Beim Schmerzensgeld handelt es sich um eine finanzielle Entschädigung für die bei einer Verletzung erlittenen Schmerzen und etwaige Auswirkungen auf die Lebensqualität. Im Gegensatz zum Schmerzensgeld in den USA, das eine Straffunktion vorsieht, erfüllt dieses hierzulande lediglich eine Ausgleichsfunktion. Das heißt konkret: Die veranschlagten Summen sollen den Beklagten in den Vereinigten Staaten zusätzlich für sein Fehlverhalten bestrafen, wohingegen es in Deutschland um den bloßen Ausgleich der immateriellen Nachteile des Geschädigten geht.

In der Praxis werden zur Ermittlung der Schadenshöhe Schmerzensgeldtabellen herangezogen. Sie geben eine Auskunft über bereits gefällte Urteile und bieten somit eine nützliche Orientierung. Bemessungsfaktoren sind hierbei unter anderem:

  • Alter des Patienten
  • eventuell nötige Folgeoperationen
  • auftretende psychische Auswirkungen
  • bleibende Schäden, die nicht heilbar sind
  • Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung
  • Auswirkungen auf Beruf- und Privatleben
  • Verhalten des Arztes bei der Schadensregulierung
  • Vorliegendes Mitverschulden des Patienten

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