Ehevertrag – Sinnvolles Dokument oder Zeitverschwendung?

Schon unter Berücksichtigung der Statistik sollten Sie sich zumindest theoretisch einmal mit dem möglichen Scheitern einer Ehe und deren Konsequenzen beschäftigen: Über ein Drittel der ehelichen Beziehungen werden in Deutschland wieder aufgelöst.

Am Ende der Partnerschaft kommt es zudem häufig zu Unstimmigkeiten in Bezug auf die Güteraufteilung. Auch das Thema Unterhalt und Versorgungsansprüche spielt oft eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen über die Auflösung der Ehe. All diese Aspekte geben bereits erste Hinweise auf den Sinn eines Ehevertrags.

Vorteile eines Ehevertrages: Präventionsmaßnahme für Streitigkeiten

Einen Ehevertrag schafft in diesen Fragen Klarheit und sorgt somit dafür, die Scheidung möglichst ohne Komplikationen und Angriffspunkte für Streitereien über die Bühne zu bringen. Ein solches Dokument beinhaltet zumeist eine Reihe von Regelungen, die ganz verschiedene Rechtsfelder tangieren.

Aufgrund der Vielzahl an Dingen die beachtet werden müssen, ist es sinnvoll einen Rechtsanwalt um Rat zu fragen. Zumeist erstellt dieser dann einen ersten Entwurf, der beiden Ehepartnern vorgelegt wird. Eventuelle Unklarheiten lassen sich im Gespräch mit dem Anwalt beseitigen.

Notarielle Beglaubigung ist Pflicht

Wenn Sie sich über den Sinn und die Inhalte des Ehevertrages verständigt haben, leitet Ihr Rechtsbeistand das Dokument anschließend zum Notar weiter: Die enorme Tragweite macht eine notarielle Beglaubigung notwendig. Jede im Vertrag getroffene Vereinbarung ist von ihm noch einmal in Bezug auf persönliche Vor- und Nachteile zu überprüfen.

Ehevertrag – Infografik
Ehevertrag – Infografik

Welche Regelungen im Vertrag enthalten sind

Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Regelungsbereiche beim Ehevertrag unterscheiden:

  • Regelungen zum Güterstand
  • Regelungen zum Unterhaltsanspruch
  • Regelungen zum Versorgungsausgleich

Wer sollte sich einen Ehevertrag schreiben lassen?

An den bisherigen Ausführungen sollte der grundsätzliche Sinn eines Ehevertrages ersichtlich geworden sein. Die Notwendigkeit eines Ehevertrages ist also unabhängig vom Alter und dem Vermögensstand eines Ehepaares.

Ein klarer Vorteil liegt auch in der zeitlichen Flexibilität begründet: Das Zustandekommen vom Ehevertrag ist nicht an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden. Auch nach mehreren Jahren Ehe, in denen sich die persönlichen und/oder finanziellen Begebenheiten ändern, kann er noch ausgehandelt und abgeschlossen werden.

Wann ist ein Ehevertrag insbesondere von Vorteil?

Wenn ein Partner besonders vermögend ist oder generell größere Einkommensunterschiede zwischen beiden Eheparteien bestehen, erscheint der Abschluss eines Ehevertrages besonders sinnvoll, wobei auch hier die Entscheidung vom Einzelfall und den entsprechenden persönlichen Umständen abhängig gemacht werden sollte. Das Gleiche gilt für Unternehmer oder angehende Gründer, da sich hier ansonsten relativ schnell Streitigkeiten in Bezug auf mögliche Firmenanteile ergeben können. Einer der wichtigsten Aspekte von Ehevertragsdokumenten, die vor diesem Hintergrund entstehen, betrifft den Zugewinnausgleich.

Hat ein Ehevertrag auch Nachteile?

Ein Ehevertrag hat nur wenige Nachteile. Doch wer heiraten will, denkt nur ungern an eine mögliche Trennung. Aus diesem Grund machen sich nur wenige Paare Gedanken über den Abschluss eines Ehevertrags.

Selbst nachträgliche Änderungen lassen sich theoretisch noch in die Vertragsinhalte einfügen: Voraussetzung hierfür ist aber, dass Sie sich mit Ihrem Partner über die entsprechende Modifizierung einig sind.

Beim Aufsetzen eines solchen Abkommens sollten Sie unbedingt auf die Details achten und sich gut beraten lassen. Bei unserer kostenlosen Erstberatung sind unsere Rechtsanwälte in der Lage, spezifisch auf Sie eingehen zu können. Hier erfahren Sie weitere Details rund um das mögliche Zustandekommen eines Ehevertrages.

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